14. Juni 2010
Zu Gast bei K+S in Kassel
Landessieger stellen Arbeit zum Gewässerschutz vor
„Sind Umweltschutz und Arbeitsplätze beim Kalibergbau an der Werra ein Widerspruch?" Mit dieser provokanten Frage begannen Nora Bickhardt, Tim Hiebenthal und Lorin Leifert ihren Vortrag zur Werraversalzung. Die Schüler aus dem Beruflichen Gymnasium Eschwege gewannen den Präsentationswettbewerb der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände und der Frankfurter Rundschau. Sie setzten sich unter Leitung von Dr. Claus Wenzel gegen rund 150 Teams aus hessischen Oberstufen durch. Die drei Gymnasiasten stellten jetzt ihre Arbeit nochmals bei K + S in Kassel einem Fachpublikum vor und entfachten eine lebhafte Diskussion. Juror und Laudator Jörg Feuchthofen aus Frankfurt, Geschäftsführer der VhU, lobte die „klare Struktur und abgewogene Argumentation der Präsentation".
Die Kalivorkommen in der Werraregion würden noch 50 Jahre reichen und werden nach Regierungspräsident Dr. Lübcke auch dringend gebraucht. Bis 2015 soll K + S die Salzwassereinleitung in die Werra halbieren und bis 2020 ganz stoppen. „Eine rückstandsfreie Kaliproduktion gibt es weltweit nicht", so Dr. Diekmann, Geschäftsführer der K + S Kali GmbH. Entsorgungslösungen sind dringend geboten. K + S wolle 360 Millionen Euro dafür investieren. Prof. Dr. Brinkmann, der Leiter des Runden Tisches, an dem Umweltschützer, Politiker, Wissenschaftler und Unternehmensvertreter saßen, betonte, „dass das Vermeiden von Abfällen Vorrang vor dem Verwerten hat".
Die Schüler empfahlen den Bau einer Fernleitung zur Nordsee, um die Abwässer zu entsorgen. Planung und Bau dauerten etwa 10 Jahre. Der niedersächsische Landtagsabgeordnete Martin Bäumer (CDU)
kritisierte, dass Hessen und Thüringen ihren Nachbarn Niedersachsen nicht ausreichend einbezogen hätten und „eine Pipeline durch seinen Garten legen wollen". Vizelandrat des Wartburgkreises Friedrich
Krauser (CDU) konterte, „die Abwässer würden sowieso in der Nordsee landen und die Arbeitsplätze vor Ort dürfen nicht wegfallen".
K + S lehne eine Pipeline nicht grundsätzlich ab, sei aber unsicher, ob der Bau bis 2020 realisiert werden könnte. Nach Dr. Claus Wenzel (BG Eschwege/Uni Kassel) müsse jetzt gehandelt werden, damit
es Nordhessen nicht wie mit der A 44 ergeht. Der Bau einer Fernleitung entlaste nicht nur Werra und Weser, sondern schaffe auch Arbeitsplätze.
Dr. Diekmann war so begeistert von der Leistung der Schüler, dass er sie und ihre Mitschüler zu einer Besichtigung an die Kaliabbaustandorte einlud. Dr. Jörg Friedrich (Schule-Wirtschaft-Hessen)
bedankte sich bei K+S, dass sie die Veranstaltung in ihrem Hause ermöglichten.
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