Bericht "Alte Penne" Sommer 2010


Im letzten Jahr konnte das Berufliche Gymnasium auf eine 40jährige Geschichte zurückblicken. In dieser Zeit hat sich die Schulform zu einem wichtigen Bestandteil in der Eschweger Bildungslandschaft entwickelt. Was in der Gründungsphase noch mit vielen Fragezeichen über die Chancen, die ein Berufliches Gymnasium im Bereich der traditionellen Wege zum Abitur überhaupt haben kann, gekennzeichnet war, können wir heute selbst schon auf eine gewisse Tradition zurückblicken.

Rund 2000 Schülerinnen und Schüler haben mit dem Abitur am Beruflichen Gymnasium die Grundlage für ihren beruflichen Lebensweg und teilweise erstaunlichen und gleichzeitig überzeugenden Karrieren gelegt.

Das Berufliche Gymnasium versteht sich von Beginn an als eine lebensnahe und gleichzeitig zukunftsorientierte Schulform, in der das, was man unter allgemeiner Bildung versteht in einer nahezu idealen Weise mit dem verbunden wird, was das gesellschaftliche und berufliche Leben ausmacht.

Allgemeines Wissen ist unbestritten eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung einer Gesellschaft, reicht aber trotz allem allein nicht aus, um eine Volkswirtschaft nach vorne zu bringen. Je früher junge Menschen erfahren, welches die Eckpunkte des ökonomischen Erfolges sind, desto größer ist der damit verbundene eigene, aber auch der gesamtwirtschaftliche Nutzen.


Vortrag Klaus Wiegandt: Wohlstandsstreben und Nachhaltigkeit

Das es dabei nicht nur um Wohlstand geht, der sich in Geldeinheiten ausdrücken lässt, sondern dass es auch andere Faktoren gibt, welche bei der Bewertung des volks- und weltwirtschaftlichen Geschehens wichtig sind, brachte Herr Klaus Wiegandt in seinem Festvortrag zum 40jährigen Jubiläum des Beruflichen Gymnasiums in der Stadthalle Eschwege zum Ausdruck.

Vor ca. 500 Zuhörern referierte Herr Wiegandt über das Thema Nachhaltigkeit - Die Herausforderung dieses Jahrhunderts. Jeder von uns weiß, dass die Ressourcen der Erde begrenzt sind und keinen Raum für eine fortwährend intensivere Nutzung und Ausbeutung lassen.

Das Interessante an Herrn Wiegandt ist, dass er als Chef der Metrogruppe, zu der u. a. auch Kaufhof, Saturn und Media Markt gehören, einer der wichtigsten Handelsmanager in Europa war, ehe er gewissermaßen als Teil seines „zweiten Lebens" die Stiftung Forum für Verantwortung gründete.

Im Gegensatz zu vielen anderen pensionierten Erfolgsmenschen suchte Herr Wiegandt nicht den Golfplatz als neue Wirkungsstätte, sondern er beschäftigte sich eingehend mit den Fragen des Klimas und der Nachhaltigkeit. Dabei ging es ihm darum, nach Wegen zu suchen, welche einen Ausweg aus der unweigerlich auf die Bevölkerung zukommenden Katastrophe zu suchen, welche seiner Meinung entstehen wird, wenn die Maßstäbe für Wohlstand und Wohlergehen nicht geändert werden.

In seinem packenden und mitreißenden Vortrag plädierte Klaus Wiegandt für eine nachhaltige Änderung des Lebens und Konsumstils und der Produktionsprozesse. Dass er dabei die derzeitigen Energiekosten als viel zu niedrig einstufte, dürfte zunächst nicht nur die Schüler, sondern auch viele andere Zuhörer etwas vor den Kopf gestoßen haben. Gleichwohl führte an der Argumentation von Herrn Wiegandt, dass „endlich die ökologisch wahren Preise einschließlich aller Folgekosten für Klima und Umwelt in die Wirtschaft eingeführt werden müssten", auch kein Weg vorbei.

Unterstrichen wurde seine Argumentation, dass die gesamte Weltwirtschaft schon heute auf eher wackeligen Beinen stehe, durch die bis heute spürbaren Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise. Dass man die Krise mit den klassischen Mitteln des Strebens nach Wachstum zu beseitigen versuchte, obwohl in den Staatshaushalten dafür keine Mittel zur Verfügung standen bzw. damit einhergehend, dass alles was auf Nachhaltigkeit zielt und Geld kostet, von der Politik mit dem Verweis auf eben diese desolate Haushaltslage auf Jahre hinaus abgeschmettert wurde, stellte Klaus Wiegandt als das Hauptproblem dar.

Der ehemalige Topmanager verstand es immer wieder, mit ganz einfachen Beispielen zum Nachdenken anzuregen, ohne dass dabei der Optimismus verloren ging, dass man die Wende doch schaffen könne.

Das Kernproblem sieht Klaus Wiegandt in der aus seiner Sicht viel zu wenig diskutierten Frage, wie man die nahezu explosionsartige Vermehrung der Weltbevölkerung eindämmen könne. Schon jetzt würden die Ressourcen der Erde nicht ausreichen, wenn alle Menschen auch nur annähernd auf dem Niveau leben wollten, welches für uns selbstverständlich zu sein scheint.

Zurzeit wären nach Ansicht von Klaus Wiegandt schon rund 1,5 Planeten nötig und in absehbarer Zukunft würde man die Rohstoffvorkommen von ungefähr 3 Erden benötigen. Dabei gehe es keineswegs nur um das, was wir heute als knappe Rohstoffe betrachten und auf die man ggf. teilweise ver-zichten könne, sondern es beträfe in erster Linie das Wasser, welches schon heute nicht ausreiche, um die Weltbevölkerung zu versorgen. Seine Gedanken hat Herr Wiegandt in mehreren Büchern zusammengetragen, von denen bisher mehr als 150.000 Stück verkauft wurden. Über die Verkaufserlöse wird ein Teil seiner Stiftung finanziert.

Wünschen wir Herrn Wiegandt, dass er mit seinen engagierten und mitreißenden Vorträgen möglichst viele Menschen erreichen und etwas bewegen kann. Für den Unterricht im Beruflichen Gymnasium ist ihm dies in jeder Hinsicht gelungen. Wir werden die 40jährige Erfolgsgeschichte fortsetzen und unseren Schülern mit der nötigen Offenheit die Tür zur beruflichen Zukunft öffnen, ohne dabei die Rahmenbedingungen des gemeinsamen Zusammenlebens unberücksichtigt zu lassen.


Solarenergie auf dem Schuldach
Fast passgenau zu dem Vortrag wurde auf dem Schuldach eine Fotovoltaikanlage installieret. Dies kann man sicher auch als einen Beitrag zur Nachhaltigkeit ansehen.

Unabhängig davon, dass man im Sinne von Klaus Wiegand die Tatsache, dass solche Anlagen nur im Rahmen von nicht unerheblichen Fördermaßnahmen gebaut und betrieben werden, ist doch festzuhalten, dass es ein richtiger Schritt ist und für die Schule auch mit einen gewissen Symbolcharakter verbunden ist.


Abitur 2010

Selbstverständlich waren bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe die Abiturergebnisse noch nicht bekannt. Eines lässt sich aber dennoch festhalten: Unsere Abiturienten haben bei der Bewältigung der Aufgaben aus dem zentralen Landesabitur ihre Frau und ihren Mann gestanden. Auch dies ist ein Ergebnis, welches die gesamte Schulgemeinde stolz sein lässt, denn die zentralen Aufgabenstellungen sind für das Berufliche Gymnasium ein objektiver Beweis, dass es auf dem Weg zur Allgemeinen Hochschulreife zwar inhaltliche aber keine qualitativen Unterschiede gibt.

Stipendium Sparkassen-Stiftung

Mit Anna-Maria Schmirler erhält eine unserer Abiturientinnen ein Stipendium der Sparkassen-Stiftung. Damit wird sie für ihre Leistungen ausgezeichnet, welche sie in der gymnasialen Oberstufe bei uns erbracht hat. Hinzu kommt auch das allgemeine Engagement, durch welches sie sich besonders ausgezeichnet hat. Neben ihr wurde auch Lisa Pippert aus der Fachoberschule als Stipendiatin aufge-nommen.

 

Exkursion des Beruflichen Gymnasiums zur Volkswagen AG in Baunatal
Einen spannenden und lehrreichen Einblick in die betriebliche Praxis gewannen die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 des Beruflichen Gymnasiums bei ihrem Ausflug zur Volkswagen AG in Baunatal.
Neben der Werksbesichtigung, bei der Getriebebau und Presswerk sowie Karosseriebau im Vordergrund standen, bekamen die zukünftigen Abiturienten aus erster Hand - der VW Coaching - nützliche Informationen zu Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten bei VW.
Vorbereitet und begleitet wurde die Exkursion von den Lehrern Rainer Manegold, Erwin Neugebauer, Ernst Stelter und Ines Haberland.
Das VOLKSWAGEN - Werk Kassel in Baunatal ist das weltweite Kompetenzzentrum des VW-Konzerns in den Bereichen Getriebebau und Gießereitechnik mit der größten Aluminiumgießerei Europas.
In einem eigens auf das Berufliche Gymnasium zugeschnittenen Programm erhielten die Schülerinnen und Schüler aus dem Schwerpunkt „Wirtschaft und Verwaltung" interessante Informationen zum Angebotsprozessmanagement bei der Volkswagen AG, während für die Schüler aus dem Schwerpunkt „Datenverarbeitung/Elektrotechnik" Einblicke in Formhärten und Laserschneiden gewährt wurden.


Weimarer Kulturexpress gastiert mit „Schillers Kabale" im BG

Gastspiele professioneller Theatergruppen und Vortragsreihen zu aktuellen Problemstellungen gehören zum festen Bestandteil des Unterrichts im Beruflichen Gymnasium. Anlässlich des 250. Geburtstages Schillers gastierte der Weimarer Kulturexpress im Beruflichen Gymnasium Eschwege. Vor rund 200 Schülerinnen und Schülern präsentierten die jungen Schauspieler Anita Stenke und Andreas Meyer „Schillers Kabale" als moderne Umsetzung des Sturm-und-Drang-Dramas „Kabale und Liebe" und begeisterten mit einer zugleich lebensnahen wie witzigen und temporeichen Inszenierung.

Unter Einbindung des Publikums wurde die unstandesgemäße Liebe zwischen dem Adligen Ferdinand und der aus bürgerlichem Hause stammenden Luise geschickt in das 21. Jahrhundert projiziert. Besonderes Interesse der Schülerinnen und Schüler fand das darstellende Spiel der jungen Künstler, denn es erlaubte und forderte den Blick hinter die Kulissen der Schauspielkunst. Im Verlauf des Stückes diskutierten die Darsteller Schillers altertümlich anmutende Sprache eingehend und machten damit verständlich, was dem modernen Leser befremdlich erscheint.

Bei den Schülerinnen und Schülern des Beruflichen Gymnasiums stieß die Aufführung folglich auf positive Resonanz. „Der Weimarer Kulturexpress erreicht sein Ziel, die 225 Jahre alte Tragödie für junge Menschen sicht- und erfahrbar zu machen, mit einer Leichtigkeit, die Appetit auf die Auseinandersetzung mit Literatur macht", so Initiatorin Ines Haberland. „Ich bin sicher, dass Veranstaltungen wie diese dazu beitragen, Berührungsängste mit den Klassikern der Dichtung abzubauen."

 

Unterwegs auf Kafkas Spuren: BG 13 in PRAG

Franz Kafkas Literatur begeisterte einige Schülerinnen und Schüler des BG 13 so sehr, dass sie sich wünschten, Prag auf eigene Faust zu erkunden. Dass die Idee tatsächlich umgesetzt werden konnte, dafür sorgten die zukünftigen Abiturienten selbst. Sie ergriffen die Initiative und suchten eine zen-trumsnahe Unterkunft für das erste Dezemberwochenende.

Unter Begleitung ihrer Lehrerinnen Ivonne Benedict und Ines Haberland startete die Gruppe mit dem Bus am Freitagmorgen.

Noch am gleichen Tag führte der orts- und sachkundige Reiseleiter Karel Skotak durch Altstadt und Kleinseite. Abends besuchten alle Schülerinnen und Schüler die Laterna Magica, das traditionsreichste Theater Prags. Der Samstag stand ganz unter dem Motto „Unterwegs auf Kafkas Spuren":

Nach Besichtigung der Burg Hradschin und des Goldenen Gässchens, des jüdischen Friedhofs und des Geburtshauses Kafkas statteten Schüler und Lehrer dem sehr beeindruckenden Kafka-Museum einen mehr als zweistündigen Besuch ab.

Als am Sonntagmorgen die Heimreise angetreten werden musste, wären alle noch gern in Prag geblieben. Müde, aber voller neuer Impressionen, endete die dreitägige Exkursion nach einem spontanen Zwischenstopp auf dem Chemnitzer Weihnachtsmarkt am frühen Abend in Eschwege.

Schulrenovierung

 

Investitionen

Im Rahmen der durch das Konjunkturprogramm freigegebenen Mittel wurden an unserer Schule eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt. Dazu gehört z. B. dass in jedem Klassenraum des Beruflichen Gymnasiums ein fest installierter Beamer sowie ein mobiles Episkop (so genannter Visualiser) und ein Laptop installiert sind, mit dem ein jederzeitiger Zugriff auf das Internet möglich ist. Damit werden dem Lehren und Lernen völlig neue Dimensionen eröffnet.

Für die Lehrerinnen und Lehrer ergibt sich mit dem neu ausgestatteten Lehrerzimmer und dem dort eingerichteten PC-Arbeitsplätzen eine ebenfalls ganz neue Arbeitsatmosphäre.

Die größte Veränderung hat sich im Bereich der Cafeteria eingestellt. Seit 1. Januar 2010 haben die Werraland-Werkstätten den Betrieb der Cafeteria übernommen und überzeugen schon jetzt durch ein in jeder Hinsicht ausgeweitetes und qualitativ sehr gutes Angebot.

Nach einer langen Zeit des Übergangs, welcher durch die völlige Neugestaltung der bisherigen Cafeteria bedingt war (man wird sie kaum wieder erkennen), ist mit dem Betrieb in den neu gestalteten Räumlichkeiten etwas geschaffen worden, von dem nicht nur unsere Schüler, sondern auch die des Oberstufengymnasiums profitieren werden.

Damit ist ein Schritt gegangen und ein Ziel erreicht worden, welches zwar mit dem Lehren und Lernen direkt nichts zu tun hat, aber doch dazu führt, dass man sich in der Schule noch ein Stück wohler fühlt. Das ist ganz einfach schön.

 

Manfred Zindel

 

 

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