Industriekaufmann /-frau

 

Nachfolgende Informationen zum Berufsbild entnommen aus bzw. eng angelehnt an
http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start
Zugriff am 02. Januar 2011

 

Aufgaben und Tätigkeiten
In den unterschiedlichsten Unternehmen steuern Industriekaufleute betriebswirtschaftliche Abläufe. In der Materialwirtschaft vergleichen sie u.a. Angebote, verhandeln mit Lieferanten und betreuen die Warenannahme und -lagerung.

 

In der Produktionswirtschaft planen, steuern und überwachen sie die Herstellung von Waren oder Dienstleistungen und erstellen Auftragsbegleitpapiere. Kalkulationen und Preislisten zu erarbeiten und mit den Kunden Verkaufsverhandlungen zu führen, gehört im Verkauf zu ihrem Zuständigkeitsbereich. Außerdem erarbeiten sie gezielte Marketingstrategien.

 

Sind sie in den Bereichen Rechnungswesen bzw. Finanzwirtschaft tätig, bearbeiten, buchen und kontrollieren Industriekaufleute die im Geschäftsverkehr anfallenden Vorgänge. Im Personalwesen ermitteln sie den Personalbedarf, wirken bei der Personalbeschaffung bzw. -auswahl mit und planen den Personaleinsatz.


Material: Ware erster Klasse
In Familienunternehmen und Großunternehmen wirken sie dabei mit, Produktions- und Betriebsabläufe möglichst reibungslos zu gestalten. Sie pflegen Kontakte zu den Rohstofflieferanten und holen von ihnen Angebote ein. Mit Verhandlungsgeschick vereinbaren sie den günstigsten Einkaufspreis und schreiben Bestellungen. Ist die Ware eingetroffen, prüfen sie zunächst die Qualität. Ggf. reklamieren sie Warenmängel. Sie achten darauf, dass die Rohstoffe fachgerecht gelagert und termingerecht für die Produktion bereitgestellt werden.


Produktion: in großer Serie
In der Produktionswirtschaft sind Industriekaufleute ebenfalls anzutreffen, z.B. bei Herstellern von Präzisionsdrehteilen und Baugruppen. Hier führen sie u.a. Kapazitätsabgleiche durch, erstellen Stücklisten und Arbeitspläne. Mit organisatorischem Durchblick stellen sie sicher, dass alle Faktoren, die bei der Fertigung der oft komplizierten Werkstücke zusammenspielen, optimal aufeinander abgestimmt sind. Die jeweils dazugehörenden Auftragsbegleitpapiere fertigen sie ebenfalls an. Daneben sind sie auch für die Prozessoptimierung, d.h. die ständige Verbesserung der Arbeitsabläufe, zuständig.

 

Personal: nicht nur Statistik
Mit gesetzlichen Bestimmungen und Vorschriften sowie tarifrechtlichen Vereinbarungen müssen sich Industriekaufleute in der Personalwirtschaft auskennen. Hier, etwa im Lohnbüro eines Betriebes der Nahrungsmittelindustrie, haben sie häufig Kontakt zu den Arbeitnehmern, z.B. wenn sie diese über Lohnfortzahlung und Urlaubsanspruch informieren. Oder wenn zusätzliches Personal eingestellt werden muss. Sie führen außerdem Personalstatistiken, erledigen Lohn- und Gehaltsabrechnungen oder erstellen Arbeits- und Verdienstbescheinigungen.


Vertrieb: bei Anruf dort
Industriekaufleute im Vertrieb führen Verkaufsverhandlungen, arbeiten Angebote aus und planen Werbemaßnahmen und Marketingstrategien. So z.B. in einem Betrieb der Fotoindustrie. Kunden zu akquirieren, sie zu beraten und zu betreuen, steht bei ihnen an erster Stelle. Auf der Basis einer gründlich durchdachten Preiskalkulation erstellen sie Angebote und führen Verhandlungsgespräche. Dabei müssen sie einen kühlen Kopf bewahren und ihre kommunikativen Fähigkeiten gezielt einsetzen.

Industriekaufleute wickeln Aufträge ab und veranlassen, dass die Waren termingerecht versendet werden. Darüber hinaus setzen sie Service- und Kundendienstleistungen für ihre Produkte effizient ein. Wenn das Telefon klingelt und der Kunde ein technisches Problem oder sonstige Fragen hat, bemühen sie sich geduldig um die geeignete Lösung.

Um den Überblick über den Absatzmarkt nicht zu verlieren, müssen sie sich ständig auf dem Laufenden halten.

 

Finanzen: immer gut belegt
Nicht zuletzt sind Industriekaufleute auch Fachleute für Rechnungswesen und Finanzwirtschaft. In einem Betrieb der Automobilzulieferindustrie beispielsweise buchen sie sorgfältig alle Geschäftsvorgänge am Rechner mithilfe einer speziellen Software.

 

Die Kosten- und Leistungsrechnung fällt ebenfalls in ihren Aufgabenbereich. Pro Rechnungsperiode stellen Industriekaufleute die Kosten für Fertigungsmaterial, Gehälter oder Mieten zusammen. Sie ermitteln die Gesamtkosten für jeden Kostenträger. d.h. die "Leistungseinheiten" des Betriebs (z.B. Aufträge und Erzeugnisse), und halten das Umsatzergebnis fest.


Die Aufgaben von Industriekaufleuten lassen sich wie folgt auf den Punkt bringen:

  • Waren einkaufen, lagern und termingerecht für die Produktion bereitstellen
    • Materialbedarf ermitteln
    • Angebote einholen und vergleichen
    • Einkaufsverhandlungen führen
    • Bestellungen schreiben
    • Liefertermine überwachen
    • Waren annehmen und kontrollieren, Warenmängel reklamieren, Waren ein- und auslagern
    • Analysen durchführen (z.B. Wertanalyse, Kosten-Nutzen-Analyse)

 

  • Produktionsprozesse planen, steuern und überwachen
    • Sollproduktionsweg bzw. Fertigungsschritte festlegen, ggf. Fertigungs- und Arbeitsprozesse optimieren
    • Maschinenbelegungen vornehmen, Kapazitätsabgleiche durchführen
    • Personal und Material bereitstellen
    • Durchlaufzeiten festlegen, Auftragsbegleitpapiere erstellen
    • Wartungspläne erstellen

 

  • Dienst- und Organisationspläne in der Personalwirtschaft erstellen, Personaleinsatz und -bedarf ermitteln
    • Stellenpläne aufstellen
    • bei Personaleinstellungen und -entlassungen mitwirken
    • Arbeitsverträge ausstellen
    • Arbeits- und Verdienstbescheinigungen erstellen
    • Personalakten und -statistiken führen, Lohn- und Gehaltsabrechnung durchführen
    • Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen planen und organisieren
    • bei Verhandlungen mit dem Betriebsrat mitwirken

 

  • Verkaufsverhandlungen mit Kunden führen, Marketing- und Werbemaßnahmen planen und durchführen
    • Kunden akquirieren, beraten und betreuen
    • Anfragen prüfen und bearbeiten, Preise kalkulieren
    • Angebote bearbeiten
    • Bestellungen kontrollieren
    • Aufträge bearbeiten, abwickeln und überwachen
    • Waren versenden, Frachtpapiere ausfertigen, Zollformalitäten abwickeln
    • Reklamationen und Schadensfälle bearbeiten
    • Versandanzeigen prüfen
    • Markt- und Konkurrenzanalysen durchführen
    • Marktforschungsergebnisse auswerten
    • Werbe- und Verkaufsförderungsaktionen planen und durchführen

 

  • Finanz- und Geschäftsbuchführung abwickeln
    • Eingangsrechnungen kontrollieren
    • Zahlungen veranlassen
    • Ausgangsrechnungen erstellen
    • Geschäftsvorgänge buchen
    • Kostenrechnungen durchführen
    • Finanzbedarf ermitteln
    • Jahresabschlussarbeiten durchführen
    • Unternehmensstrategien und -prozesse umsetzen


Berufsschule:

Der Unterricht wird von Lehrkräften erteilt, welche die besonderen Herausforderungen der Anforderungen dieses Berufes (er)kennen und nicht nur fachspezifische Inhalte vermitteln, sondern auch die nötigen fächerübergreifenden Verknüpfungen herstellen.

In der Berufsschule sind folgende Lernfelder Gegenstand des theoretischen Unterrichts:

  • Investitions- und Finanzierungsprozesse planen
  • personalwirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen
  • Absatzprozesse planen, steuern und kontrollieren
  • Beschaffungsprozesse planen, steuern und kontrollieren
  • Jahresabschlüsse analysieren und bewerten
  • Leistungserstellungsprozesse planen, steuern und kontrollieren
  • Werteströme erfassen und dokumentieren
  • Wertschöpfungsprozesse analysieren und beurteilen
  • Unternehmensstrategien und -projekte umsetzen
  • marktorientierte Geschäftsprozesse eines Industriebetriebes erfassen
  • das Unternehmen in gesamt- und weltwirtschaftliche Zusammenhänge einordnen

 

Während der gesamten Ausbildungszeit wird den Auszubildenden vermittelt:

  • welche gegenseitigen Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag entstehen
  • wie der Ausbildungsbetrieb organisiert ist
  • wie die Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften angewendet werden
  • welche Umweltschutzmaßnahmen zu beachten sind
  • wie betriebliche Gestaltungsmöglichkeiten der Kundenorientierung genutzt werden können
  • wie Daten und Informationen eingegeben und mithilfe von betriebsüblichen Verfahren gesichert und gepflegt werden
  • wie Statistiken angefertigt, Kennzahlen abgeleitet und ausgewertet werden

 

Stundenpläne
Die aktuellen Stundenpläne finden Sie in Kürze unter der entsprechenden Rubrik der Homepage

 

Rechtsgrundlagen:

  1. Verordnung über die Berufsausbildung zum/r Industriekaufmann/-frau
  2. Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Industriekaufmann/-frau


Ausbildungsvergütung
Die Ausbildungsvergütung richtet sich überwiegend nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Ihre Höhe ist abhängig vom Ausbildungsbereich und von der Branche, in der die Ausbildung stattfindet, sowie vom räumlichen Geltungsbereich des einschlägigen Tarifvertrages.

Die folgenden Angaben sollen der Orientierung dienen. Ansprüche können aus ihnen nicht abgeleitet werden.

 

  1. Ausbildungsjahr: € 689 bis € 753
  2. Ausbildungsjahr: € 739 bis € 802
  3. Ausbildungsjahr: € 796 bis € 868


Das spätere Einkommen ist wesentlich von den jeweiligen Anforderungen abhängig. Daneben werden in der Regel Berufserfahrung und Verantwortlichkeit berücksichtigt. Es treten regionale und branchenabhängige Einkommensunterschiede auf.

 

 

Berufliche Schulen Eschwege
Südring 35
37269 Eschwege

 

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von 15 - 18 Uhr.

Bitte beachten Sie auch das Informationsschreiben, welches Sie demnächst erhalten werden. Sie findes es auch in unserem Downloadbereich.

 

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