Kfz-Mechatronik/-in

Nachfolgende Informationen zum Berufsbild entnommen aus bzw. eng angelehnt an
http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start
Zugriff am 31. Dezember 2010


Aufgaben und Tätigkeiten (Kurzform)
Sie warten Pkws und setzen sie instand. Dazu analysieren Kraftfahrzeugmechatroniker/innen mit dem Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik elektrische, elektronische und mechanische Systeme, z.B. Brems- und Lenkassistenten, Automatikgetriebe oder Komponenten des Motormanagements, stellen Fehler und Störungen fest und beheben deren Ursachen.

 

Zur Fehlerdiagnose setzen sie computergestützte Mess- und Prüfsysteme ein.

Defekte Teile reparieren sie oder tauschen sie aus. Nach Instandsetzungs- oder Umbauarbeiten kontrollieren sie, ob die straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften eingehalten werden und prüfen die Funk-tionen der Fahrzeuge und Teilsysteme.

 

Dazu führen sie Probefahrten durch oder nehmen Abgasmessungen vor. Nach Kundenwunsch rüsten sie die Pkws auch mit unterschiedlichen Zusatzausstattungen aus, beispielsweise mit Anhängerkupp-lungen, Klimaanlagen, Navigationssystemen oder speziellen Hilfseinrichtungen für Fahrer/innen mit Behinderung. Kraftfahrzeugmechatroniker/innen mit dem Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik sind zumeist in Werkstätten tätig. In der industriellen Fertigung arbeiten sie nach genau festgelegten Arbeitsabläufen an Fertigungsstraßen.

 

Hightech auf Rädern
Kraftfahrzeugmechatroniker/innen mit dem Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik warten mehrspurige Fahrzeuge, die zur Beförderung von maximal neun Personen bestimmt sind. Sie prüfen die fahrzeugtechnischen Systeme und führen Reparaturen aus. Auf Wunsch rüsten sie die Personenkraftwagen auch mit Zusatzeinrichtungen, Sonderaustattungen und Zubehörteilen aus.

 

Längst sind Sicherheitsgurte und Kopfstützen nicht mehr die einzig nennenswerten Sicherheitseinrichtungen eines Fahrzeugs, und der Vergaser wird nicht mehr nach Gehör eingestellt: Umfangreiche Informations-, Kontroll- und Komfortsysteme gehören zum Ausstattungsstandard von modernen Fahrzeugen. Anti-Blockier-System (ABS), Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP), Antriebsschlupfregelung (ASR), Airbag und Gurtstraffer sorgen dafür, Risiken beim Autofahren zu minimieren und Fahrfehler zu korrigieren. Intelligente Fahrzeugsysteme helfen, die Verkehrssicherheit zu verbessern: z.B. Fahrerassistenzsysteme, die Notbremsungen einleiten oder Kommunikationssysteme, die vor Staus warnen. Kraftfahrzeugmechatroniker/innen mit dem Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik kennen sich nicht nur mit der Kfz-Mechanik, sondern auch mit mechatronischen Systemen aus, die mechanische, elektrische und elektronische Komponenten enthalten. Sie wissen, wie diese miteinander verknüpft sind und mit-hilfe von Hard- und Software-Systemen zusammenwirken.

 

Zum Beispiel ASR: Hier überwachen Raddrehzahlsensoren ständig jedes einzelne Rad. ASR wertet die Signale aus und erkennt sofort, wenn ein Rad durchdreht. Eine elektronische Radschlupfregelung bremst daraufhin gezielt einzelne Räder ab und greift in die Motorsteuerung ein. Das Fahrzeug bleibt lenkbar.


Genau planen
Im Betrieb sind Kraftfahrzeugmechatroniker/innen mit dem Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik meist in Teams eingeteilt, arbeiten jedoch in der Regel an den Fahrzeugen allein und eigenverantwortlich. In der industriellen Fertigung sind sie nach genau festgelegten Arbeitsabläufen an Ferti-gungsstraßen tätig.

 

In Kfz-Werkstätten nehmen sie als Erstes die Kundenaufträge entgegen. Ein solcher Auftrag kann z.B. eine Jahresinspektion, eine Dieselrußfilter-Nachrüstung oder den Austausch defekter Stoßdämpfer oder Reifen umfassen. Die Kraftfahrzeugmechatroniker/innen kennen sich mit den unterschiedlichen Fahrzeugtypen aus, auch mit den modernen Technologien der Hybridfahrzeuge und Elektroautos. Im Gespräch mit den Kunden klären sie technische Fragen, erläutern Vor- und Nachteile gewünschter Maßnahmen und vereinbaren einen Abholtermin.

 

Damit sie den Auftrag effizient und verantwortungsbewusst bearbeiten können, planen sie alle weiteren Arbeitsschritte sorgfältig und bereiten diese vor: Bei technischen Untersuchungen gehen sie z.B. anhand von Checklisten vor und nutzen technische Werkstatteinrichtungen wie Diagnosestände, Motorenleistungs- und Bremsenprüfstände oder Achsmessgeräte für Funktionsüberprüfungen. Sie legen sich technische Unterlagen zurecht oder rufen Herstellerinformationen aus dem Internet ab. Hier sind gelegentlich auch Englischkenntnisse vonnöten.

 

Anschließend wählen sie die erforderlichen Werkzeuge, Ersatz- und Zubehörteile aus. Bei Reparaturen kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz, darunter auch immer häufiger Hightech-Materialien wie ultraleichte Hybridwerkstoffe. Weiterhin berücksichtigen sie auch die Richtzeiten für bestimmte Wartungstätigkeiten, etwaige Vorgaben des betrieblichen Qualitätsmanagementsystems und andere Regelsysteme oder Gesetze, z.B. Sicherheits- und Umweltschutzbestimmungen.


Auf Herz und Nieren prüfen

Bei Reparatur- oder Wartungsaufträgen notieren sie zunächst den Kilometerstand des Fahrzeugs, führen eine Sichtprüfung durch und halten die Ergebnisse in einem Protokoll fest. Um den Unterboden, die Radaufhängungen und Fahrzeugachsen zu überprüfen, fahren sie Fahrzeuge auf eine Hebebühne. Sind die Achswellenmanschetten porös? Gibt es Rostansätze an Karosseriefalzen oder Bremsleitungen? Ist die Beleuchtungseinrichtung in Ordnung?

 

Entdecken sie Schäden, die über den Reparaturauftrag hinausgehen, informieren sie ihre Kunden und beraten gemeinsam das weitere Vorgehen. Danach arbeiten sie die Wartungsvorgaben des Herstellers Punkt für Punkt ab: Sie reinigen Teile, wechseln Motor- und Getriebeöl, inspizieren die Zündanlage, tauschen Bremsbeläge sowie die Bremsflüssigkeit aus und überprüfen den Frostschutzgehalt des Kühlwassers. Undichte Kühler oder defekte Auspufftöpfe bauen sie aus, setzen sie instand und montieren sie wieder bzw. tauschen sie aus. Hier müssen sie gelegentlich kräftig zupacken und kommen in Kontakt mit Schmierstoffen und Schmutz.

 

Eventuell benötigte Ersatzteile rufen Kraftfahrzeugmechatroniker/innen mit dem Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik im firmeneigenen Lager ab oder bestellen sie per Computer im Zentrallager des Herstellers. Bei Unfallfahrzeugen prüfen sie, ob eventuell noch weitere, auf den ersten Blick nicht sichtbare Schäden vorhanden sind.


Per Computercheck zum Ziel
Für den Check mechatronischer Fahrzeugkomponenten setzen sie mikroprozessorgesteuerte Test- und Prüfgeräte ein. Nur so können ABS, ASR, ESP, Turbomotoren und elektronische Getriebesteuerungen überprüft werden. Mithilfe der Computertechnik und ggf. auch unter Berücksichtigung typischer Störgeräusche können Kraftfahrzeugmechatroniker/innen mit dem Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik Beeinträchtigungen, Fehler und Defekte systematisch eingrenzen und ermitteln.

 

Dann entscheiden sie, ob eine Reparatur infrage kommt oder ob der Austausch des entsprechenden Teils oder Systems erforderlich ist. Bei Abgasuntersuchungen ermitteln sie den Istwert der Abgaszusammensetzung und stellen ggf. den Motor auf die Sollwerte ein. Testergebnisse und Gründe ihrer Entscheidungen vermerken sie auf Inspektionskarten oder dem Kundenauftrag.


Bei Elektroinstallationsarbeiten verlegen sie in den Fahrzeugen Kabel und Datenleitungen, isolieren Kabelenden, bringen Stecker an und löten und verschrauben sie. Auf Kundenwunsch rüsten sie die Fahrzeuge mit unterschiedlichen Zusatzausstattungen aus, z.B. mit einer Anhängerkupplung, Klimaanlage, Standheizung oder einem Navigationssystem.

Nach Abschluss aller Arbeiten überprüfen sie die Funktions- und Leistungsfähigkeit der entsprechenden Bauteile und Systeme. Eine Probefahrt schließt den Auftrag ab. Wenn die Kunden ihr Fahrzeug wieder entgegennehmen, erläutern Kraftfahrzeugmechatroniker/innen mit dem Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik ggf. die Funktionsweise neu eingebauter Systeme oder weisen auf bald fällige Reparaturarbeiten hin.

 


Kraftfahrzeugmechatroniker/innen mit dem Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik haben hauptsächlich folgende Aufgaben:

  • Fehler oder Störungen an Personenkraftwagen bzw. deren Systemen und Bauteilen diagnostizieren und deren Ursachen feststellen, Fahrzeuge und ihre Systeme warten, prüfen und einstellen
    • Pkw auf sichtbare Schäden untersuchen
    • Fahrzeugelektrik bei Personenkraftwagen inspizieren und warten
    • Fehlerprotokolle bei Bordcomputern abrufen, Fehlercodes analysieren
    • Funktion aller elektronischen Systemkomponenten am Kraftfahrzeug (z.B. Lagestabilisierung, Airbag, Servolenkung, Antiblockiersystem) prüfen und etwaige Störungen beheben
    • Motoren und Bremsen am Diagnose- bzw. Bremsprüfstand überprüfen, etwaige Störungen oder Fehler beheben
    • Bauteile und Baugruppen auf Verschleißerscheinungen prüfen, Dichtungen prüfen
    • Bauteile wie Filter, Zündkerzen u.Ä. überprüfen und ggf. austauschen
    • Motor- und Getriebeöl nachfüllen bzw. wechseln
    • Vergasereinstellung, Einspritzanlagen usw. korrigieren
    • mechanische Verbindungen kontrollieren und reparieren

 

  • Einstellung von Lenkung und Spur prüfen und ggf. korrigieren
    • Personenkraftwagen und deren Systeme, Bauteile und Baugruppen montieren, demontieren
    • Pkw und deren Systeme aus-, um- und nachrüsten
    • Zusatzeinrichtungen und Zubehör einbauen (etwa Sicherheitssysteme, Zentralverriegelungen oder elektrisch betriebene Schiebedächer, Klimaanlagen)
    • Fahrzeuge nach amtlichen Vorgaben (z.B. Hauptuntersuchung) prüfen und untersuchen
    • Fahrzeuge und ihre Systeme bedienen und in Betrieb nehmen
    • Probefahrten durchführen, um die Funktionsfähigkeit und Fahrsicherheit von Fahrzeugen festzustellen
    • Systeme und Prüfgeräte aktualisieren
    • Schlussprüfung aller Funktionen durchführen, Fahrzeuge nach Abschluss der Arbeiten säubern, ggf. Kunden in den Gebrauch nachgerüsteter Bauteile oder Geräte einweisen, Fahrzeug an den Kunden übergeben

 

  • Darüber hinaus führen sie auch folgende Tätigkeiten aus:
    • Kunden beraten, Auftrag bzw. die auszuführenden Arbeiten mit dem Kunden besprechen, ggf. einen Kostenvoranschlag erstellen
    • Arbeitsabläufe planen und kontrollieren, Arbeitsergebnisse bewerten
    • Herstellerunterlagen durcharbeiten
    • Ersatz-/Zubehörteile bereitstellen bzw. bestellen, Werkzeuge, Messgeräte bereitlegen

 

Berufsschule:
Der Unterricht wird im Theorie- und Fachpraxisbereich schwerpunktmäßig von den Lehrern Herrn Sunkel, Herrn Kaufmann und Herrn Peter erteilt. Alle drei sind nicht nur Fachleute auf ihrem Gebiet, sondern sie arbeiten auch eng mit den Ausbildungsbetrieben zusammen.

 


Folgende Lernfelder sind Gegenstand des Berufsschulunterrichts

  • Warten und Pflegen von Fahrzeugen oder Systemen
  • Demontieren, Instandsetzen und Montieren von fahrzeugtechnischen Baugruppen oder Systemen Prüfen und Instandsetzen elektrischer und elektronischer Systeme
  • Prüfen und Instandsetzen der Motormechanik
  • Diagnostizieren und Instandhalten von Motormanagementsystemen
  • Prüfen und Instandsetzen von Steuerungs- und Regelungssystemen
  • Prüfen und Instandhalten von Energieversorgungs- und Startsystemen
  • Durchführen von Service- und Instandsetzungsarbeiten an Abgassystemen
  • Instandhalten von Kraftübertragungssystemen
  • Instandhalten von Fahrwerks- und Bremssystemen
  • Nachrüsten und Inbetriebnehmen von Zusatzsystemen
  • Prüfen und Instandsetzen von vernetzten Systemen
  • Diagnostizieren und Instandsetzen von Karosserie-, Komfort- und Sicherheitssystemen
  • Durchführen von Service- und Instandsetzungsarbeiten für eine gesetzliche Untersuchung


Rechtsgrundlagen:

  1. Verordnung über die Berufsausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker/zur Kraftfahrzeugmechatronikerin
  2. Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Kraftfahrzeugmechatroniker/Kraftfahrzeugmechatronikerin, 2003


Stundenpläne
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